Architekturstudium mal aus einer anderen Sicht

Alissa Homma Ausbildung und Berufsgründung, facebook, VfA Mitte

Alissa HommaWie ein Semester die Ansicht eines Nicht-Architekturstudenten bezüglich des Architekturstudiums verändern kann, konnte ich die letzten paar Monate sehr gut an einigen Kommilitonen von mir beobachten. Zu Beginn des Semesters bekamen wir die Aufgabe ein Interdisziplinäres Projekt zusammen mit Umweltingenieuren und Bauingenieuren zu bearbeiten. Somit hatten wir alle die Möglichkeit die anderen Disziplinen besser kennen zu lernen, damit die spätere Zusammenarbeit im Berufsleben schon mal erprobt werden kann. Während es am Anfang vor allem um einen städtebaulichen Entwurf ging, sollten danach sowohl ein Sanierungskonzept als auch ein Energiekonzept für ein einzelnen Gebäude erstellt werden. Während die Architekten in unserer Gruppe also mit Styrodur-Klötzchen und Skizzenpapier bewaffnet an das Projekt heran gingen, begannen die Ingenieure mit zahlreichen Bestandsaufnahmen zum Energieverbrauch und Untersuchungen der klimatischen Bedingungen am Standort. Des Öfteren wurden wir nur belächelt, dass unser Vorgehen eher nach „Spielen, Basteln und Malen“ aussehen würde, als nach „richtiger Arbeit“.

 

So nahm das Semester seinen Lauf und das Datum der Endabgabe rückte immer näher und die Arbeit wollte einfach nicht weniger werden. Nachdem die ersten Panikattacken im Sinne von „Hilfe, wir schaffen das nie mehr bis zum Abgabedatum“ also überstanden waren, konnte die Ausarbeitung weiter gehen.

 

Von da an sah unser Tagesablauf ungefähr so aus.

tagesablauf-architekturstudium

Kleine Übersetzung: Wecker klingelt – die Zeit läuft davon – schnell noch einen Kaffee trinken – zur U-Bahn gehen – schnell laufen sonst verpasst man die U-Bahn – zu Uni weitergehen – noch schnell eine rauchen – es schlägt Acht Uhr – der Startschuss für den heutigen Tag ist gefallen – los geht’s mit aufschreiben – zeichnen – skizzieren – malen – alle aufgepasst – Ich hab eine Idee – wie ihr auf dem Diagramm sehen könnt – steigt der Verbrauch extrem an – alles muss geändert werden – das neue Diagramm ist fertig – weiter arbeiten – arbeiten – arbeiten – arbeiten – Mittagszeit, schnell eine Pizza holen – weiter arbeiten – arbeiten – arbeiten –arbeiten – nicht vergessen alles aufzuschreiben – das Ziel ist schon in Sicht für Heute – danach noch ein Bier – damit der Spaß nicht auf der Strecke bleibt – ein bisschen Musik dazu wär auch nicht schlecht!

 

Nach weiteren Nächten im Computerraum lagen die Nerven blank und alle Mitglieder unserer Gruppe mussten sich eingestehen, dass unser „Basteln und Malen“ doch mehr Arbeit ist als sie dachten. Wie die Erfahrung am eigenen Leib manchmal die Ansicht auf manche Dinge verändern kann ist immer wieder erstaunlich. Somit möchte ich nochmal danke sagen an meine Gruppe, ich glaube wir haben alle jede Menge dazu gelernt dieses Semster.

 

Liebe Grüße Alissa

 

Alissa Homma

Mitglied und Schriftführerin der VfA Bayern